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Hotel in Mittelfranken: Vom Kreuzfahrer zum Burgherren

Auf Kreuzfahrtschiffen lässt es sich gut leben. Aber was, wenn man der endlosen Seereise nach Jahren überdrüssig ist? Eine Option: Burgherr zu werden auf einer 800 Jahre alten Ritterburg in Franken.

Kreuzfahrer sind weltgewandte Gäste. Man trifft sich hier und dort, erzählt von Reisen nach Afrika oder über den Indischen Ozean, tauscht sich über die Qualität der Schiffe aus, klatscht über Kapitäne, begegnet an Bord Menschen, die man schon auf anderen Schiffen kennengelernt hat; es ist eine kleine und vertraute Gesellschaft, die auf qualitativ hochstehenden Kähnen über die Ozeane schippert. Aber nicht nur den Passagieren geht es so.

Stärker ist das Band der See noch bei der Crew. Drei Monate auf der „Sea Cloud“, Jahre auf der „Bremen“, nächste Saison einen Vertrag auf der „Hanseatic“, ein Kommen und Gehen; Hausdame, Bartender, Shopmanagerin, Küchenchef, der Berufe gibt es viele.

Nicht jeder hält den knappen Raum an Bord aus, ist gemacht für diesen Mikrokosmos, wo Freiheit und Beengtheit so nah beieinander sind. Wer dafür gemacht ist, der kann kaum davon lassen, zu vielfältig sind die Erlebnisse in der Fremde, zu aufregend die Begegnungen. Doch manchmal geht es einfach nicht mehr an Bord, Kinder wollen ihre Eltern nicht länger missen, Angehörige sind zu pflegen, die Sehnsucht nach mehr Platz wird vordringlich, Konstanz ist gewünscht. Dann bleibt nur, sich an Land niederzulassen.